Weihnachten in Schweden

25.12.2022

7.30 Uhr, der Wecker klingelt. Nach einer kurzen Nacht steht heute die Abreise nach Schweden auf dem Plan. Natürlich haben wir uns gut vorbereitet und bereits weitestgehend alles gepackt. Also noch schnell den allerletzten Rest ins Auto werfen, kurz unter die Dusche und dann spätestens um 9 Uhr ab die Post!

Aber Moment mal, warum läuft das Wasser denn nicht ab? Und warum gluckert es in den Abflussrohren so? Hmmm, auch die Waschbecken in Bad und Küche sind dicht – und dann das: im Hauswirtschaftsraum steht das Dreckwasser über dem Ablauf im Boden und bahnt sich stetig den Weg Richtung Küche. Das hat uns gerade noch gefehlt!

Nachdem unsere verzweifelten Versuche, die Rohre wieder freizubekommen, kläglich scheitern, rufen wir den Notdienst vom Klärwerk an. Der ist zunächst auch ratlos, holt Karten und Kartasterauszüge aus dem Klärwerk, um zu schauen wo welcher Schacht verläuft und rückt schließlich mit einer kleinen mobilen Spüleinheit an. Nur dank seiner freundlicher (und nicht selbstverständlicher) Hilfe finden wir den richtigen Gully im Garten und endlich kann von dort mit Hochdruck die Verstopfung freigespült und das stinkende Elend beendet werden.

So kommen wir 3 Stunden später los als geplant, aber immerhin mit der Gewissheit, dass das Haus in unserer Abwesenheit nicht absäuft.

Die nächsten 6 Stunden Fahrt vergehen dann ohne weitere Zwischenfälle und wir kommen trotz Regen und teils dichtem Nebel heil in Flattinge an. Das Ferienhaus ist urgemütlich, die Umgebung ist in Dunkelheit gehüllt. Eigentlich müsste man noch auf eine nächtliche Erkundungstour gehen. Allerdings ist mit uns nicht mehr viel anzufangen. Wir gehen noch eine kleine Hunderunde zu dem See, der in Sichtweite des Hauses sein soll, kochen schnöde aber leckere Nudeln mit Tomatensauce und fallen dann recht schnell todmüde ins Bett. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag!

 

26.12.2022

Um 8 Uhr kriechen wir unter unseren kuscheligen Decken hervor und schauen neugierig aus dem Fenster. Ach, so sieht es hier aus! Vor dem Schlafzimmer grast eine Rinderherde, vom Wintergarten aus blickt man tatsächlich auf den Flåren, um uns herum stehen noch ein paar wenige Ferienhäuser, alle weit genug weg, dass man niemandem ins Fenster blicken kann. Das Wetter lässt ein wenig zu wünschen übrig, aber das hatten wir schon erwartet.

Also erstmal nen Käffchen und dann auf nach Ljungby zum ICA Maxi. Das schöne ist, dass man in Schweden kein Bargeld mehr benötigt. Außer für den Einkaufswagen… Also schnell zum Automaten und dann beim Bäcker versuchen die Scheine klein zu wechseln. Es gelingt uns, allerdings nur, indem wir uns opfern und Kaffee sowie Zimtschnecken zu uns zu nehmen. Als wir beim Empfang des Wechselgeldes nach einem 10 Kronenstück fragen, reicht uns die nette Verkäuferin einen Einkaufschip. Den hätten wir dann wohl auch ohne Geld abheben und Kuchen kaufen haben können. Aber die Zimtschnecken und der Kaffee sind trotzdem lecker und das ausgegebene Geld sparen wir sicherlich beim Einkauf, da wir nicht mehr annähernd so hungrig sind wie zuvor…
Die sorgsam geschrieben Einkaufsliste liegt natürlich warm und trocken im Ferienhaus. Schauen wir mal, was wir alles vergessen zu kaufen.

Nach dem Einkauf geht es wieder Richtung Haus. Unterwegs halten wir aber noch bei einer Kirchenruine an, die direkt am Weg liegt. Hier kommt nun auch endlich der Hund das erste Mal auf seine Kosten. Nachdem wir – aufgrund des starken Regens ohne Fotoausrüstung – die Reste der Kirche beschreiten, eskaliert der Hund komplett und versucht in rasantem Tempo sein Bewegungsdefizit der letzten Tage auf der Wiese um die Mauerreste auszugleichen. Er hat sichtlich Spaß, hüpft über Mäuerchen und rast im Slalom um Bäume. Wir lassen ihn einfach wilde Sau spielen (er hat es sich verdient) und nehmen ein paar Sequenzen für unseren VLOG auf. Irgendwann wird der Regen aber unangenehm und unser Magenknurren unüberhörbar. Also ab nach Hause und endlich das zweite Frühstück auftischen.

So gestärkt beratschlagen wir, wo wir das restliche Tageslicht noch ausnutzen wollen. Nach kurzer Recherche fällt unsere Wahl auf das Landschaftsschutzgebiet Flattinge Åsar, was laut Navi nur eine kurze Autofahrt von uns entfernt ist. Also los, wir wollen ja keine Zeit verlieren! Was das Navi uns nicht gesagt hat: Die Vorgegeben Straße ist nicht öffentlich. Mit mulmigem Gefühl fahren wir weiter – das Navi kann ja nicht irren, passieren mehrere Schlagbäume und finden uns mitten im Wald wieder. Irgendwann siegt doch die Vernunft über die Technik, wir halten für einen kurzen Gang und drehen dann um, um wieder auf legalen Wegen zu „wandeln“.

Schließlich finden wir dann doch noch einen schönen Spazierweg und wandern in teils strömendem Regen durch verwunschene Birkenwälder bis die Sonne untergegangen ist. Clemens macht ein paar Aufnahmen mit dem Makro, Annika hat wegen des Wetters und des fehlenden Lichtes die Kamera im Auto gelassen.

Kalt und nass aber trotzdem gut gelaunt kehren wir wieder ins Haus zurück und überbrücken die Wartezeit bis zum Abendessen mit einem Käffchen und einigen Runden Rummikub.
Heute Abend gibt es dann ein richtiges schwedisches Weihnachtsessen: Julskinka (Weihnachtsschinken) mit Hasselbackpotatis (gefächerte gebackenen Kartoffeln) und Blumenkohl und als Nachspeise Crème Brûlée. Ein wunderbarer Abschluss eines ereignisreichen Weihnachtsfestes.

Spät am Abend tritt Clemens noch einmal vor die Hüttentür und stellt fest, dass Sternenklarer Himmel ist. Über einer Gruppe von Birken nur ein paar Meter von unserer Hütte entfernt steht klar sichtbar der Große Wagen. Also wieder rein und Kamera und Stativ ausgepackt und mit Langzeit Belichtungen die nächtliche Stimmung eingefangen. Dies führt dazu, dass so viele Sterne zu sehen sind, dass der Große Wagen etwas in den Hintergrund tritt. Dennoch kann man ihn erkennen, wie sich auf dem Bild unten ausmachen lässt.

27.12.2022

Heute ist der Tag…. Der einzige Tag, an dem der Wetterbericht gutes Wetter verspricht. Also nicht so spät raus aus dem Bett und schnell gefrühstückt. Heute soll es zum Åsnen Nationalpark gehen. Dort wollen wir eine Runde drehen und Sonne, Wasser (das hier übrigens noch tief gefroren ist) und Urwald erleben. Die Bilder, die wir bereits gesehen haben, haben nicht zu viel versprochen. Der Wald ist märchenhaft mit vielen Felsen und Moosen und insbesondere die immer wieder durchschimmernde Sonne gibt faszinierende Ansichten frei, die Clemens mit der Kamera festzuhalten versucht.

Es bleibt allerdings weitgehend bei Landschaftsaufnahmen. Denn Tiere lassen sich kaum blicken. Nur ein Buntspecht lässt sich über längere Zeit beobachten und ein paar Meisen (Blau-, Kohl- und Weidenmeise) beschweren sich lautstark über unsere Anwesenheit. Der Spaziergang hinterlässt trotzdem viele Eindrücke und wir beschließen wiederzukommen, wenn die vielen Prachttaucher da sind, die hier im Frühjahr brüten.

Auf dem Rückweg schauen wir noch bei einem nahegelegenen Vogelbeobachtungsturm vorbei. Der wäre sicherlich eine gute Fotomöglichkeit – wenn denn Vögel da gewesen wären. So aber herrscht gähnende Leere und wir treten den Heimweg an. Trotz leckerer Dinge in unserem Kühlschrank beschließen wir, es bei Brot und dem restlichen Julskinka zum Abendessen. Wir beginnen noch ein ESCAPESpiel, doch irgendwann siegt die Müdigkeit und wir sinken in die Federn.

28.12.2022

Es hat geschneit!!! Zumindest ein bisschen und obwohl es schon wieder taut, liegt eine feine weiße Schicht auf der Landschaft. Also nichts wie raus und unser neues Spielzeug ausprobieren: Die DJI Mini 2 – eine Fotodrohne, die wir zum Testen gemietet haben. Der Waldweg von Montag soll unsere Teststrecke werden. Sobald die Drohne aus dem Matsch abhebt, eröffnet sich ein wirklich schönes Bild vom Schneebedeckten Wald. Tannen und Birken wechseln sich ab und Annika schafft es, die Drohne kein einziges Mal in einen Baum zu manövrieren. Nur James steht dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber und beobachtet das Ganze lieber im Schutz von Muttis breitem Rücken… Tatsächlich sind alle wohlbehalten wieder nach Hause gekommen. Dort werden dann erst einmal die Videos inspiziert. Gar nicht schlecht für den Anfang. Nur Fotos gibt es leider nicht – Clemens unterläuft ein typischer Anfängerfehler (und ja, er ärgert sich sehr über sich selbst). Er hat vergessen eine Speicherkarte in die Kamera zu legen.

Wieder zu Hause angekommen, werden deshalb erstmal alle Geräte überprüft, Akkus geladen und Fotos/Videos gesichert. Der Schnee ist inzwischen einem veritablen Regen gewichen, so dass wir es vorziehen, am warmen Ofen das gestern begonnene ESCAPESpiel zu beenden.

Am späten Nachmittag sind wir noch bei Bekannten aus der Heimat zum Fika (schwedische Umschreibung für Kaffee trinken und Kuchen essen) eingeladen, die ein Haus nicht allzu weit von unserem Feriendomizil haben. Obwohl der Weg nicht weit ist, brauchen wir doch eine ganze Weile, da in einigen Abschnitten noch ordentlich Schnee auf den Straßen liegt. Auch der beständige Regen und der einsetzende Nebel machen das Fahren nicht angenehmer.

Zum Abendessen sind wir dann wieder zurück und Annika zaubert Potatisgratäng och marinerat Ryggbiff (Kartoffelgratin und mariniertes Lendensteak). Hmmmmmmmmmmmmmm!

Satt und zufrieden schreiben wir nun diese Zeilen und dann ist auch dieser Tag schon wieder zu ende. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass hier etwas fehlt. Nun, um es mit Heidi Klum zu sagen: „Wir haben heute leider kein Foto für Euch!“ Wir haben einfach nicht fotografiert. Aber morgen bestimmt wieder – versprochen!

29.12.2022

Der Morgen beginnt mal wieder mit ausgiebigem Regen, so dass wir uns viel Zeit zum Frühstücken nehmen. Erst am späten Vormittag scheint es etwas aufzuklaren, wobei von Sonne und blauem Himmel nicht die Rede sein kann. Wir beschließen also uns noch einmal in der Nähe umzuschauen.
Laut google maps gibt es einen Waldweg, der direkt am See endet und nur wenige Fahrminuten entfernt ist. Den wollen wir uns einmal genauer anschauen. Gesagt getan… Kameras und Hund gepackt und nichts wie los. Der Wald ist wieder einmal traumhaft, mit Moos und Flechten bewachsene Birken schmiegen sich in eine verwunschene Landschaft und laden immer wieder zum Fotografieren ein.

Am Ende des Weges stehen zwei Ferienhäuser, die aber augenscheinlich unbewohnt sind. Wir gehen noch die wenigen Schritte bis zum Seeufer, denn auch dort bieten sich wunderschöne Fotogelegenheiten mit und ohne Hund.

Nach erfolgreicher Fotosession gehen wir den Weg zurück Richtung Auto und wundern uns, dass ein Kleinwagen mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch den Wald und an uns vorbeifährt. Kurz bevor wir unser Auto erreicht haben, hören wir den Wagen wiederkommen. Er stoppt neben uns und ein recht unfreundlicher Schwede belehrt uns darüber, dass dies sein Grundstück sei und wir dort nichts zu suchen hätten. Er würde ja schließlich auch nicht um unser Haus laufen. Auch wenn er durchaus Recht hat, wir entschuldigen uns auch und erklären, dass wir nur ein paar Fotos am See machen wollten, behält er den unfreundlichen Ton bei und wir sind froh, als er dann endlich von dannen zieht. Manchmal macht eben doch der Ton die Musik.

Im Anschluss besuchen wir noch den kleinen Fluss in der Nähe und schauen vergeblich nach Wasseramseln. Nur eine kleine Gruppe Wintergoldhähnchen fliegt uns über den Weg, ist aber so flink, dass wir nicht den Hauch einer Chance haben, unsere Kameras aus den Rucksäcken zu holen.
Also gehen wir noch ein paar Schritte durch den Wald zu einer Stelle, wo der Fluss noch einmal kreuzt, werden jedoch von diversen „Privat -betreten verboten“ Schildern aufgehalten. Nach der Erfahrung kurz zuvor können wir gut auf weitere Begegnungen unfreundlicher Art verzichten! Als es dann auch wieder stark zu regnen anfängt, treten wir den Rückweg an.

Bevor wir jedoch wieder in die Hütte fahren, machen wir noch einen Umweg über Toftaholm, wo es eine Burgruine geben soll. Trotz Zuhilfenahme mehrerer Karten und Suchmaschinen gelingt es uns jedoch nicht, die Ruine zu lokalisieren und einen Weg dahin zu finden.

Also kehren wir auch hier wieder um. Einen Stopp machen wir dann aber doch noch. Direkt an der Landstraße ist ein Auffälliges Kreuz mit diversen Devotionalien aufgestellt. Es ist eine Gedenkstätte für den mit einem Tourbus 1986 tödlich verunglückten Bassisten Cliff Burton der Metalband Metallica. Die Fangemeinde hat ihm dort einen Gedenkstein gesetzt und neben Fanartikeln finden sich hier auch leere Bierdosen und Jägermeisterfläschchen als Huldigung.

Dann geht es aber wirklich zurück ins Haus. Bildersichtung und eine kleine Siesta stehen auf dem Programm, bevor wir später noch einmal Einkaufen fahren und auf dem Rückweg Nachtaufnahmen bei der bereits am ersten Tag besichtigten Kirchenruine machen wollen. Auch hier ist der Wettergott allerdings nicht auf unserer Seite. Der Regen peitscht von allen Seiten und wir geben unserem Hunger nach und fahren Heim. Schließlich warten Steinpilzravioli in Pilzrahmsoße auf uns! Dann noch ein kleines Spiel, Tagebuch schreiben und dann ab in die Heija! Wenn der Wetterbericht mal stimmt, ist es morgen Vormittag zumindest trocken und wir möchten nach Marsholm zum Wandern. Drückt uns die Daumen!!

30.12.2022

Naja, als wir die Augen öffnen, lässt das Wetter noch deutlich zu Wünschen übrig. Also doch erst einmal ein gemütliches Frühstück und hoffen, dass es noch etwas besser wird. Gegen halb elf brechen wir dann trotzdem auf in Richtung Marsholm, es nützt ja nix. Zumindest der Regen hat nachgelassen und ganz den Optimismus haben wir schließlich noch nicht verloren. Und tatsächlich: Als wir ankommen, kann man in den verschiedenen Grautönen des Himmels ab und an doch einen leichten Blaustich erkennen.

Wir erwandern zunächst den nördlichen Rundweg. Er soll lockere 1,9km lang und einfach zu begehen sein. Das erste stimmt, das zweite ist schon sehr Auslegungssache. Es geht buchstäblich über Stock und Stein und würden nicht alle paar Meter Wegmarkierungen angebracht worden sein, hätten wir den richtigen Weg bereits nach den ersten Schritten verloren. Aber trotzdem lohnen sich die Strapazen. Wir durchqueren einen wunderschönen Urwald und wandeln an der Seekante entlang. Clemens macht mit dem Weitwinkel diverse Landschaftaufnahmen, Annika hat mal wieder den Hund als Model auserkoren. Dieser kann sein Glück indes kaum fassen, läuft er doch 90% des Weges frei und springt wie ein Zirkuspferd über Stämme und Hügel. Auf einige große Felsblöcke springt er sogar von alleine und bietet Fotoposen an.

Als wir den zweiten Wanderweg im Süden der Insel ansteuern, geschieht unglaubliches: die Sonne kommt tatsächlich raus. Und so vergehen auch diese abermals holprigen aber nicht minder schönen 2 km wie im Fluge. Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir wieder beim Wagen an, voll mit Eindrücken von verwunschenen Landschaften und überfliegenden Adlern

Unterwegs halten wir noch bei einem endkrassen Touristenshop im Lagan Elchland an, da es zu Silvester Elchgulasch geben soll. Neben allem denkbaren und undenkbaren finden wir das Gewünschte und machen uns auf Richtung Ferienhaus. Da gibt es erstmal ein spätes Mittagessen und anschließend eine kleine Pause. Während Clemens Bilder sichtet, schneidet Annika das letzte Video des Jahres, dass morgen auf unserem YouTube Kanal "Teschendorf Naturfotografie" veröffentlicht wird.

Gegen Abend brechen wir dann noch einmal auf in Richtung Kirchenruine, da Annika seit dem ersten Tag Pläne für ein Hundefoto in der dunklen Ruine hat. Also nichts wie hin und schon nach wenigen Minuten ist das gewünschte Bild im Kasten. (Auch dieses Bild wird morgen nachgereicht.)

Abends gibt es dann Spätzle mit Schweinefilet – sehr lecker und nach dem Verfassen dieser Zeilen fallen wir dann auch müde ins Bett. Morgen ist schließlich ein Neuer Tag!

31.12.2022

Silvester beginnt wie bisher jeder andere Tag hier in Schweden auch: grau und feucht. Als am späten Vormittag die Wolken jedoch etwas lichter werden, beschließen wir nach Flathult zu fahren. Laut Wanderkarte soll es dort mehrere Wege entlang eines Moores geben. Den Einstieg des Weges finden wir schnell, liegt er doch an einem größeren Waldweg direkt bei einem Café. Doch schon nach einigen hundert Metern führt der Weg in einen märchenhaften Wald. Sofort versteht man, warum viele Skandinavier an Trolle und Elfen glauben. Zwar treffen wir wieder keine Tiere, allerdings deren Spuren. Ein am Weg liegender Ameisenhaufen zeigt deutliche Spuren eines Grünspechtübergriffs. Mit seinem Schnabel hat er ein großes Loch in den Haufen gegraben um an die Leckerbissen heran zu kommen.

Ein Stück weiter passieren wir einen wunderschönen Waldsee, den „Svartgölen“, dessen Wasser wie sein Name verrät fast schwarz ist. James hat indes reichlich weißes plüschiges Fell gefunden, woran er sich fasziniert festschnüffelt. Welchen Ursprungs es ist, ist uns nicht ganz klar, es könnte Bauchfell eines Hasen sein.

Weil der Weg so schön ist, schließen wir noch eine weitere Runde an. Wieder geht es durch waldiges Gelände und diesmal sehen wir wenigstens einen Schwarm Kohlmeisen, mehrere Buntspechte sowie ein paar Wintergoldhähnchen.

Besonders interessant finden wir allerdings, wie auch James, deutliche Wühlspuren am Waldboden, die vermutlich von Wildschweinen stammen.

Als das Licht sich mal wieder dem Ende zuneigt, treten wir den Rückweg an. Zur Feier des Tages soll es heute Elchgulasch geben und das muss schließlich noch vorbereitet werden. So macht sich Annika gleich an den Herd, sehr zur Freude des Hundes, der die Reste des parierten Fleisches als Aufwertung seines Abendessens genießen darf. Nach dem leckeren Essen verbringen wir den restlichen Abend mit Spielen und halten uns so bis Mitternacht wach. Denn da soll es schließlich Prinzessinnentorte geben! Welch ein Genuss!! Ach ja, außerdem bricht ein neues Jahr an und die Schweden sind angenehm zurückhaltend mit dem Feuerwerk.

01.01.2023

Jetzt drehen sie völlig durch. Erst machen sie die halbe Nacht durch und dann stehen sie viel zu früh auf um Hektik zu verbreiten. In null-komma-nix zerstören sie die ganze gemütliche Atmosphäre und packen alles in Koffer, Kisten und Taschen. Und als ob das nicht schlimm genug wäre muss ich in die Autobox. Selbst bei einem Halt, an dem sie leckere Würstchen essen, bekomme ich nicht wirklich etwas ab und darf mir nur kurz die Beine vertreten. Glücklicherweise kommen wir dann am späten Nachmittag zu Hause an und wenn die nervigen Katzen nicht wären, ist das ja nicht das Schlechteste. Aber eines steht fest: Die Woche hat mir gefallen und ich freue mich schon, wenn ich wieder mit darf. Das darf dann auch gerne dieses Schweden sein, oder wie sie es nun genannt haben. Dann werde ich wieder berichten.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein gesundes und glückliches Jahr 2023!

Ende

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